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Geschichte Werft Korneuburg


GESCHICHTE WERFT KORNEUBURG


IM 150-JÄHRIGEN BESTEHEN WURDEN IN DER SCHIFFSWERFT KORNEUBURG 1000 SCHIFFE GEBAUT, WELCHE NOCH HEUTE AUF DEN GROSSEN FLÜSSEN UND MEEREN UNTERWEGS SIND.

Einmal war der Betrieb so umfangreich, dass man von der größten Binnenschifffahrtswerft der Welt sprechen konnte.
Zur Spitzenzeit gab es 2000 Beschäftigte. Vor 17 Jahren wurde der Betrieb eingestellt und als letztes das "Gymnasium Schiff" gebaut, welches ebenfalls noch in der Donau genutzt wird.

1852 kam es zur Gründung
der Schiffswerft Korneuburg. Im Jahr der Gründung umfasste das Werftgrundstück eine Fläche von 12.000 m² und es wurden 60 Mitarbeiter beschäftigt.

1864 wurde die erste Helling (Stapelanlage um Schiffe zu Wasser zu lassen) errichtet und es wurden weiter Werkstättengebäude errichtet. Zu diesem Zeitpunkt waren 180 Beschäftigte tätigt.

In den Jahren 1938 bis 1945 wurde die Werft in die Hermann Göring-Werke einverleibt, wurde zum kriegswichtigen Betrieb erklärt, und als solcher weiter ausgebaut. Neben der beträchtlichen Erweiterung der Schiffbaueinrichtungen (Ausbau der Insel) wurde auch der Personalstand auf rund 1.300 Mitarbeiter erhöht.

Für die Kriegsmarine wurde in dieser Zeit folgende Schiffsneubauten hergestellt:
Schiffs-Werft Korneuburg 6 Motorschleppschiffe Typ N
7 Motorschleppschiffe Typ R
8 Schwarzes-Meer-Einheitsschiffe Typ SME
3 Kriegstransportschiffe Typ KT
60 Tankkähne 1.000 t
12 Güterkräne 1.000 t
30 Turmbauten für U-Boote
15 Achtersteven für U-Boote
8 Marine Fahrprähme Typ MFP
34 Landeklappen für MFP                         

Nach Besetzung Korneuburgs 1945
kam die Werft unter sowjetische USIA- Verwaltung, der Betrieb wurde weitergeführt und es wurde für Russland produziert. 1955 erfolgte die Rückgabe an die DDSG und man begann auch mit dem Bau von Seeschiffen, wie z.B. die “Perseus” und “Proteus” mit je 1.500t Ladegewicht, die in der Nordsee eingesetzt wurden. Im Jahr 1958 hatte das Werftgelände bereits ein Ausmaß von 160.500m², wovon rund 22.000m² verbaut waren. Am 12. Juni 1959 wurde die Werft von der DDSG getrennt und als “Schiffswerft Korneuburg AG” selbständig weitergeführt. Der Werfthafen hatte eine Länge von 700m und eine max. Breite von 100m. 1960 wurde für einen griechischen Reeder eines der modernsten Fischerei-Fang- und Kühlschiffe gebaut und kurze Zeit darauf erfolgte die Lieferung von zwei großen, modernen Personenschiffen an die Sowjetunion (“Amur” und “Dunja”). In der Folge entwickelten die Techniker der Werft die schwimmenden Luxushotels “Wolga” und “Dnjepr”, welche auch heute noch als die schönsten und elegantesten Flusspassagierschiffe Europas gelten.

1965 wurde das Flagschiff “Theodor Körner” (Bild rechts) an die österr. Reederei DDSG übergeben. Ebenso stammen die modernen Ausflugsschiffe der DDSG “Austria” (1971 gebaut) und “Wachau” (1975 gebaut) aus der Korneuburger Werft.


Im Jänner 1989 waren auf der Korneuburger Werft insgesamt 653 Mitarbeiter beschäftigt. Neben einer großen Zahl von Personenschiffen wurden auf der Werft auch Schwimmkräne bis zu 350t, Getreideumlader mit einer Leistung von 500t/h und Greifumlader erzeugt. Es wurden Schiffe in folgende Länder geliefert: Sowjetunion, BRD, Griechenland, Ecuador, Ägypten, Saudi-Arabien, Nigeria, Rumänien, Libyen, Irak, Indonesien, Libanon und an Abnehmer im Inland. Am 1. Jänner 1991 wurde die Werft Korneuburg privatisiert und 1994 geschlossen.


Die heutige Ansiedlung soll mit einem spektakulären Projekt an die wirtschaftlich große Zeit dieser
glorreichen Vergangenheit anschließen.